7 Jahre Selbstständigkeit - Eure Fragen!

Es gibt etwas zu feiern! Heute vor genau 7 Jahren, am 12. September 2014, habe ich mich selbstständig gemacht. Habe ein unscheinbares Formular ans Finanzamt geschickt, den Schritt in einen neuen Lebensabschnitt gewagt… und plötzlich darf ich diesen tollen Job bereits seit 7 Jahren machen! Das ist für mich einfach total verrückt und etwas, das mich vom Scheitel bis zu den Zehenspitzen mit Glück und Dankbarkeit erfüllt.
Und dieses Jahr habe ich tatsächlich zum ersten Mal rechtzeitig daran gedacht, mein Jubiläum zu begehen – all die anderen Jahre ist es mir immer erst Wochen später eingefallen, hupsi. :D
Zu diesem Anlass habe ich euch bei Instagram die Möglichkeit gegeben, mir eure Fragen zu stellen. Hier kommen meine Antworten!

Kristin: Was ist das Beste und das Schlimmste am Selbstständig-sein?
Das Beste ist, dass ich zu 100% meinen eigenen Weg gehe und mir absolut niemand reinreden kann. Ich muss nichts fotografieren, was ich nicht fotografieren will, kann mir meine Arbeitszeit frei einteilen und ich habe jede Entscheidung selbst in der Hand. Das ist zwar nicht unbedingt das Einfachste, aber auf jeden Fall das Beste an der Selbstständigkeit.
Das Schlimmste ist, dass ich oft keine gute Trennung zwischen meinem Privat- und Berufsleben hinbekomme. Es fällt mir schwer, nicht schon morgens im Bett Instagram zu checken, bis in die Nacht Bilder zu bearbeiten, direkt vom Rechner ins Bett zu fallen und auch um 23:59 Uhr noch Mails zu beantworten. Seit dem letzten Jahr arbeite ich zwar sehr bewusst daran, doch wirklich gut klappt es aktuell noch nicht. Ich kann diesen abgedroschenen Spruch von “selbst und ständig” absolut nicht mehr hören, aber er ist leider nicht ganz unwahr.

Laura: Bist du mit einem Mal zu 100% in die Selbstständigkeit oder schrittweise mit anderem Job nebenbei? Und wie lang hat es gedauert, bis du “sicheres Einkommen” hattest, also ab wann genug Umsatz / Gewinn?
Ich habe mich damals, direkt nachdem ich meinen Meisterbrief in der Tasche hatte, zu 100% selbstständig gemacht. Rückblickend würde ich das aus heutiger Sicht vielleicht anders machen, doch damals wollte ich nach meiner Ausbildung nie wieder in einem Angestelltenverhältnis arbeiten. Es hat eine Weile gedauert, bis ich zufrieden mit meinem Einkommen war, ungefähr drei Jahre. In Berlin gibt es einfach wahnsinnig viele Fotograf*innen und sich da zu positionieren, war schwerer, als gedacht. 

Claudia: Was würdest gerne in den nächsten 7 Jahren noch lernen / dir aneignen im Bereich Fotografie?
Da habe ich ehrlich gesagt keinen konkreten Plan, sowas kommt bei mir spontan, wenn ich etwas Neues entdecke. Seit ein paar Wochen beschäftige ich mich zum Beispiel mit Videos. Das hat mich jahrelang nicht interessiert, aber plötzlich hat es “klick” gemacht. Außerdem möchte ich in Zukunft Langzeitbelichtungen bei Portraitshootings ausprobieren und auf jeden Fall noch mehr Doppelbelichtungen machen. Und wenn ich irgendwann mal ganz viel Zeit haben sollte, steht im Schuppen noch ein alter Vergrößerungsapparat für die analoge Bildentwicklung. Aber das ist wohl eher ein Projekt für den Ruhestand.

Kristina: War Fotografie schon immer dein Traumberuf? Und machst du lieber Hochzeiten oder Familienshootings?

Als ich ganz klein war, wollte ich unbedingt Eisverkäuferin werden und später waren Filzen, Nähen und Schmuckdesign drei Dinge, die ich mir beruflich vorstellen konnte. Ich habe mich damals in alle möglichen Richtungen kreativ ausgetobt. Als ich dann mit 15 Jahren anfing, zu fotografieren, war jedoch schnell klar, dass dies etwas “ganz Ernstes” werden würde. Ab da war mein Berufswunsch klar und ich konnte mir nichts anderes mehr für mich vorstellen.
Zu sagen, was ich am liebsten mache, ist echt schwierig. Alles, was ich anbiete, mache ich wirklich  gerne und mit ganzem Herzen – von Business bis Hochzeit! Ich würde aber schon sagen, dass mich die Hochzeitsfotografie am meisten erfüllt. Ich bin unglaublich stolz und dankbar, dass mir so viele Paare ihr Vertrauen entgegenbringen und mich mit diesen wichtigen Erinnerungen beauftragen.

Carina: Wie viele Hochzeiten (große wie kleine) machst du im Jahr?
Es gibt natürlich immer kleine Schwankungen, aber im Schnitt begleite ich so um die 25 Hochzeiten im Jahr – vorausgesetzt, wir haben nicht gerade eine Pandemie. Dieses und letztes Jahr waren bzw. sind es leider deutlich weniger.

Sandra: Was fotografierst du bei Hochzeiten am liebsten?
Puh, das ist wirklich schwer zu beantworten! Ich drehe die Frage mal um, denn ich fotografiere eigentlich (fast) alles sehr gerne: Die Aufregung und Spannung machen das Getting Ready so besonders und die Emotionen beim First Look, der Trauung und der Gratulation bringen mich selbst auch nach all den Jahren oft noch zum Weinen. Am Nachmittag kann ich ganz entspannt die Deko und die Gäste fotografieren und das Paarshooting ist, solange genügend Zeit eingeplant wurde, eigentlich immer mein kreatives Highlight. Und auch den Hochzeitstanz und die anschließende Party verewige ich sehr gerne.
Nur eine kleine Sache fehlt in dieser Auflistung: Die Gruppenfotos. Sie sind das Einzige, was ich nicht besonders gerne fotografiere. Man hat eigentlich immer Gäste dabei, die keine Lust haben, denen das alles zu lange dauert (obwohl ich mich immer sehr beeile) oder die einfach nie in die Kamera gucken wollen. Außerdem muss man sich dabei oft ziemlich zum Kasper machen. Aber natürlich mache ich sie trotzdem, da sie bei fast jeder Hochzeit gewünscht werden und vielen Paaren wie Gästen einfach sehr wichtig sind.

Lukas: Machst du lieber große Hochzeiten, oder lieber kleine? Und was war deine bisher größe Hochzeit?
Ich begleite am liebsten Hochzeiten im mittleren bis kleineren Kreis, denn diese sind oft viel entspannter und persönlicher, als Hochzeiten mit 100 oder mehr Personen. Meine bisher größte Hochzeit wurde mit ca. 200 Gästen gefeiert.

Lisa: Was war die längste Hochzeit, die du fotografiert hast?

Meine längsten Hochzeitsreportagen dauerten ungefähr 14 Stunden. Eigentlich bin ich nur bis 12 Stunden buchbar, weil man irgendwann einfach nicht mehr kann. Aber bei Hochzeiten geht natürlich immer mal etwas schief, der Zeitplan verschiebt sich und dann bleibe ich selbstverständlich so lange, bis ich alles im Kasten habe, was dem Paar wichtig ist.

Melanie: Hast du eine Lieblings-Hochzeitslocation?
Es gibt so viele fantastische Locations! Die wohl allerschönste, in der ich bisher eine Hochzeit fotografieren durfte, ist das Wasserschloss Unsleben. Ein wirklich märchenhafter Ort. Leider darf ich ausgerechnet die Bilder dieser Hochzeit nicht zeigen.
Meine Favoriten in Berlin-Brandenburg liegen alle in der Natur und lassen Raum für entspannte, kreative Hochzeiten. Genannt seien zum Beispiel das Vierseithofcafé in Schulzendorf bei Berlin, Land & Scheune in Halenbeck-Rohlsdorf und die Alte Försterei in Briescht. In letzterer haben wir selbst geheiratet und ich freue mich schon riesig darauf, dass ich dort nächstes Jahr auch eine Hochzeit fotografieren darf!
Es gibt übrigens auch einige tolle Locations, in denen ich gerne mal eine Hochzeit fotografieren würde, bisher aber noch nicht das Vergnügen hatte. Unter anderem der Schmetterlingsgarten im Boitzenburger Land, das Kulturgut Wrechen und das Rittergut Endschütz in Thüringen. Also, wenn ihr dort heiraten möchtet, nehmt mich gerne mit! :)

Hast du noch eine Frage an mich? Dann schreib sie mir in die Kommentare!

Und wenn du noch auf der Suche nach einer Hochzeitsfotografin bist, melde dich doch mal bei mir – ich würde eure Liebesgeschichte super gerne erzählen. ♥

(Fotos, die mich zeigen sind von Elisa Hiltscher, Mandy Kümpel und Sally Lazic.)

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