Unsere Lovestory, Teil 2 - Standesamtliche Trauung im kleinen Kreis

“Wenn eine Hochzeitsfotografin heiratet…” wäre wohl der passende Untertitel für diesen Blogpost. Denn es geht – man ahnt es vielleicht schon – um meine eigene Hochzeit!
Nach dem erfolgreichen Heiratsantrag in Irland haben wir, also mein Mann André und ich, uns direkt an die Planung gesetzt. Wie wollen wir heiraten? Wo wollen wir heiraten? Und wann? Im Jahr 2019 war an Corona noch nicht zu denken und so fiel unsere Wahl auf den August 2020. Recht bald stand für uns auch fest, dass wir zweimal heiraten möchten: Einmal standesamtlich ohne viel Tamtam und einmal im größeren Kreis mit einer freien Trauung.
Als Hochzeitsfotografin ist es gleichzeitig Fluch und Segen, dass man schon so viele Hochzeiten miterlebt hat. Einerseits verfügt man über Kontakte zu tollen Dienstleister*innen, kennt sich super in der Branche aus und ist durch die ganzen Trauungen quasi von Kopf bis Fuß durchinspiriert. Andererseits fühlt man sich von der Fülle an Möglichkeiten manchmal regelrecht erschlagen. Und dann ist da noch diese fiese kleine Stimme im Hinterkopf, die einem gelegentlich “Als Profi muss deine Hochzeit absolut perfekt werden” zuflüstert. Die zu ignorieren, war gar nicht so einfach.
Aber zurück zum Positiven, nämlich der Inspiration. Manche Hochzeiten bleiben mir besonders stark im Gedächtnis, weil ich mir schon damals “toll, das könnte ich mir auch vorstellen” gedacht habe. Für unsere standesamtliche Trauung waren das einmal die Hochzeit von Josefine & Christian, die im ganz kleinen Kreis eine Tour mit verschiedenen Stationen durch Berlin gemacht hatten, sowie die Hochzeit von Alex & Ville, die eine Straßenbahn gemietet hatten. Beide Ideen haben uns so gut gefallen, dass wir sie auch bei unserer Hochzeit umgesetzt haben – mehr dazu später. Ich könnte jetzt noch ganz viel über die Planung und Vorbereitungen erzählen, aber euch interessiert bestimmt viel mehr, wie unser Tag dann letztendlich war! Nun, er war wunderschön, aber der Reihe nach…

Unser Hochzeitstag, der 15.08.2020, begann mit dem Getting Ready in unserer Wohnung. Nach einer unruhigen Nacht (diese Aufregung!) stand meine Stylistin Bea (BB Hochzeitsstyling) zusammen mit unserer Fotografin Sally (Fotosally, alle Bilder sind von ihr) und unseren Trauzeugen Taba und Thomas vor der Tür. Während ich im Wohnzimmer gestylt wurde, machte sich André in unserem Schlafzimmer zurecht, da wir uns erst zum First Look sehen würden. Zwischendurch brachten uns meine Eltern die wunderschönen Blumen von Vergissmeinnicht vorbei. Ich hatte außerdem etwas Kleines für sie vorbereitet, eine Kette für meine Mama und ein besticktes Taschentuch für meinen Papa. Auch wenn ich meinen Eltern durch die Hochzeit nicht “verlorengehe” fand ich es einfach schön, ihnen zu diesem Anlass mal “Danke” zu sagen. Und ich hatte eine weitere Kleinigkeit für André vorbereitet, Ziegensocken (basierend auf einem Insider) gegen kalte Füße. Letztere hatte er aber glücklicherweise nicht bekommen. ;)

Als wir fertig und vorzeigbar waren, kam der Moment, dem wir beide entgegengefiebert hatten: Der First Look. Der Moment, in dem wir uns zum ersten Mal als Braut und Bräutigam sehen würden!
Ich war so furchtbar nervös, das kann man gar nicht beschreiben. Würde ihm mein weniger klassisches Brautkleid gefallen? Was würde er zu meiner neuen Brille, die ich extra für die Hochzeit besorgt hatte (weil er meine alte schwarze nicht leiden konnte) sagen? Würde er mich hübsch finden? Es liest sich fast ein bisschen albern, wenn ich das so aufschreibe, doch genau diese Gedanken gingen mir durch den Kopf – zusammen mit einer riesigen Portion Vorfreude.
André wartete in unserem Innenhof auf mich, als ich aus der Tür trat und drehte sich langsam um. Er sah so schnieke aus! Ich wusste gar nicht, was ich sagen sollte und wir haben einfach den Moment genossen.
 Anschließend sind wir zum S-Bahnhof Friedrichshagen gelaufen, wo eine historische Straßenbahn darauf wartete, uns zum Standesamt in Rüdersdorf zu fahren.

Die Sache mit der Straßenbahn und dem Standesamt war der einzige Punkt, an dem uns Corona bei der Planung so wirklich in die Quere kam. Ursprünglich hatten wir überlegt, die Trauung im kleinen Kreis direkt in der Straßenbahn durchzuführen. Dann kam Corona und wir mussten aufgrund der strengen Regelungen in den Standesämtern darum bangen, dass wir überhaupt zu viert mit unseren Trauzeugen heiraten konnten. An eine Trauung in der Tram war leider nicht mehr zu denken. Doch dann bekamen wir immerhin die tolle Neuigkeit, dass wir noch ein paar mehr Leute mit ins Standesamt nehmen durften! Ein absoluter Glücksfall in der Corona-Zeit.
Die Trauung war wunderschön und sehr persönlich gestaltet. Unsere Standesbeamtin hatte uns zuvor einen mehrseitigen Fragebogen zugeschickt und eine richtig tolle Rede geschrieben. Dass man sich so viel Zeit für die persönliche Geschichte des Brautpaars nimmt, ist bei den Standesämtern wirklich eine Ausnahme und hat uns sehr gerührt. Wir haben so viel gelacht und auch geweint – denn als sie André mit “Herr Kaspari” angesprochen hat, haben sich bei mir alle Schleusen geöffnet.

Nach der Trauung wurden wir mit getrockneten Blüten aus unserem Garten “bestreut”, bevor uns die Straßenbahn wieder abholte. Für die Rückfahrt nach Friedrichshagen hatten wir dann einen kleinen Sektempfang in der Tram vorbereitet, um mit unseren Gästen anzustoßen – stilecht mit Emaillebechern, da in der Bahn keine Gläser erlaubt waren und Einweggeschirr für uns nicht infrage kommt. So hatten wir gleich noch schöne Gastgeschenke für unsere kleine Gesellschaft.
Am beliebtesten waren jedoch die Kühlakkus der Getränke. An diesem sonnigen Tag kletterte das Thermometer in Berlin auf über 31 °C und in der Straßenbahn fühlte es sich an, wie in einem kleinen Gewächshaus. Letztlich saßen wir fast alle mit einem Kühlakku an der Stirn in der Tram. :D

Zurück in Friedrichshagen sind wir zu unserem Lieblingscafé spaziert, welches sich direkt bei uns um die Ecke befindet. In dessen lauschigem Hinterhof haben wir es uns mit Kuchen, Törtchen und Macarons gutgehen lassen und zusammen einen wunderschönen, entspannten Nachmittag verbracht.
Anschließend haben wir noch mal kurz zuhause vorbeigeschaut, wurden beschenkt, haben uns frischgemacht und die Familie verabschiedet. Bei dieser Gelegenheit hat die liebe Sally auch noch einige Bilder mit unserem Kater Kalli (R.I.P.) gemacht, welche eine besonders wertvolle Erinnerung für uns sind.

Nach dem Kaffeetrinken war der Tag natürlich noch lange nicht vorbei! Denn wir hatten eine kleine Tour durch Berlin geplant, mit insgesamt 4 Stationen. Das war Dank Corona gar nicht so leicht zu organisieren, da wir nicht einfach spontan aufkreuzen konnten und alles genau geplant und abgesprochen werden musste. Mit der S-Bahn fuhren wir zur Warschauer Straße, nachdem wir am Bahnhof Friedrichshagen einige Paarfotos gemacht hatten. Dort kam es zu einer super süßen Begegnung mit einer Passantin, die mir mit den Worten “Ich bin eigentlich gerade unterwegs zu einem Geburtstag, aber ich finde, der sollte für dich sein” spontan einen Blumenstrauß schenkte. Dit is Berlin!
Zu Fuß sind wir wortwörtlich in den Sonnenuntergang gelaufen und konnten noch ein paar wunderschöne Fotos in der Abendsonne machen, bevor wir an unserer ersten Station ankamen. Im MP3 in der Grünberger Straße haben wir schon viele tolle Abende verbracht, denn die Cocktails sind einfach lecker und der Eigentümer Mehmet ist ein richtiges Goldstück. So stellte er uns auch direkt den Shaker auf den Tisch. :D

So langsam machte sich ein Hüngerchen bemerkbar und es wurde Zeit, zur zweiten Station aufzubrechen: Rembrandts Burger! Unterwegs haben wir noch einen kleinen Zwischenstopp am Frankfurter Tor eingelegt, wo wir einige Paarfotos und ein super cooles Gruppenfoto gemacht haben.
Wie bei all unseren Stationen, ist auch der Burgerladen ein Lieblingsort von uns. Die Veggieburger sind dort sooo gut! Ich glaube, man sieht mir auf den Fotos an, wie sehr ich mich auf das Essen gefreut habe, hihi. Nach dem Schmaus haben wir uns von Sally verabschiedet, die sich ihren Feierabend redlichst verdient hatte und sind noch in die Wikibar (dort hatten wir unser erstes Date) und in den Nuke Club gegangen.

Und dann war er plötzlich zu ende, unser wunderschöner Hochzeitstag! Kaum zu glauben, dass er schon ein Jahr zurückliegen soll, doch morgen feiern wir tatsächlich unser erstes Jubiläum.
Wir denken beide so gerne an diesen Tag zurück. An die tolle Zeit, die wir hatten, die emotionale Trauung im Standesamt und natürlich auch an alle, die mitgeholfen haben, diesen Tag so besonders zu machen. ♥

Fotografin: Fotosally
Styling: BB Hochzeitsstyling
Blumen: Blumenbinderei Vergissmeinnicht
Straßenbahn: SRS Tram
Standesamt: Rüdersdorf
Café: Goldmann’s Feine Kost
Bar: MP3
Burger: Rembrandt
Eheringe: Blazer Arts
Kleid: Maya Deluxe, via Asos
Krone: Fawn & Sparrow
Kette: luxe.zen
Ohrringe: Salt and Earth Jewelry
Haarspange: Great Lengths
Brautschuhe: Lulipa London, via Zalando
Tasche: Liebeskind
Anzug: Mango, via Zalando
Hosenträger: Nadelspitze
Fliege: Finshley & Harding
Masken: Lelomi Handmade
Geschenk Mama: Dreamy Summer
Geschenk Papa: Habseligkeiten
Ziegensocken: Pink and Dink
Emaillebecher: Donna Crain Home

Hast du Fragen zu unserer Hochzeit, oder möchtest du einfach etwas loswerden? Dann hinterlass doch gerne einen Kommentar! Ich würde mich sehr darüber freuen. Und wenn du selbst noch auf der Suche nach einer Fotografin für deine Hochzeit bist, schick mir gerne eine Anfrage. :)

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